E - wie Echt leise, umweltfreundlich: der batterieelektrische Midibus der Fa. Rampini. Für den Stadtbus in Weilheim geeignet?

Von links: externer Projektleiter Stadtbus Michael Griensteidl, Firmeninhaber und Bushersteller Stefano Rampini, Stadtwerke Vorstand Peter Müller

Pressemitteilung vom 04.09.2017:

Bei der Diskussion über Schadstoffemissionen vor Ort und überhaupt ist er fein raus, der batterieelektrisch betriebene Midibus der Fa. Rampini aus Passignano sul Trasimeno, Italien. Lädt er Ökostrom, fährt er mit Zero-Emission. Weil er lärm- und eben vor allem abgasfrei ist, haben die Stadtwerke Weilheim Ende August eine Woche lang getestet, ob er sich grundsätzlich technisch für den Einsatz auf Weilheim Stadtbuslinien eignen würde.

50 seiner Art sind bereits in Europa unterwegs, fünf setzen die Regensburger Verkehrsbetriebe GmbH seit Anfang 2017 für den CO2 freien öffentlichen Nahverkehr in ihrer Altstadt ein. Der Midibus E 80 elettrico ist mit rund 8 Meter Länge und 2,2 Meter Breite deutlich kleiner als die üblichen Standardlinienbusse. Das macht ihn wendiger, flexibler: auch in Weilheims Innenstadt. Er bietet je nach Ausstattung bis zu 15 Sitzplätze, bis zu 25 Stehplätze und einen Rollstuhl- bzw. Kinderwagenplatz. Seine Größe wäre für Weilheim grad recht.

Woher kommt der Strom für den Elektromotor? Den gesamten Energiebedarf decken Lithium-Eisen Batterien ab. Sie haben eine Kapazität von 300 Ah und Energie von 180 kWh. „Wenn die Batterie auf etwa 20 % Restenergie heruntergefahren wird, kommen wir mit den 144 kWh immer noch über 200 km weit. Das hat uns angenehm überrascht“ so Stadtwerke Vorstand Peter Müller. „Wenn ein vergleichbarer Diesel Midi Bus 15 Liter Diesel je 100 km verbraucht, sind das etwa 150 kWh Energie je 100 km. Der Elektro-Midibus von Rampini benötigte bei unseren Testfahrten im Schnitt 65 kWh pro 100 km. Bei optimalen Verhältnissen wäre das eine Energieeinsparung von rund 57 %“ schätzt Peter Müller nach den Testfahrten.

Der E-Midibus wurde über Nacht via Kabel aufgeladen. Sollte der Tagesumlauf eines Busses auf einer Linie länger als 200 km sein, könnten Busse auf kürzeren Linien mit Bussen auf längeren Linien getauscht werden. Auch kann tagsüber nachgeladen werden, entweder über einen Pantographen auf dem Busdach oder über Kabel. Getestet haben die Stadtwerke mit den derzeitigen Stadtbusbetrei-bern RVO und Oppenrieder auch Wendigkeit und Befahrbarkeit von Wohnstraßen. Von Interesse waren weiterhin Pausen- und Wendezeiten sowie Haltestellenanordnung und -abstände bei geänderten Umlaufplänen.

Insgesamt haben über ein Dutzend Fahrer den Bus getestet. „Unser Resümee ist weit überwiegend positiv. Natürlich ist manches anders als im Dieselbus und manches gewöhnungsbedürftig. Aber es genügt nicht, nur über „den Diesel“ zu schimpfen, man muss dann auch Alternativen akzeptieren. Ist der Rechtsrahmen ok, könnten solche batterieelektrischen Midibusse vielleicht ab 2020 auf Weil-heims Straßen unterwegs sein“, freut sich Peter Müller.