Kastanienallee „Badweg“ verjüngt: Mitarbeiter der Abteilung Grünpflege der Stadtwerke Weilheim pflanzen Jungbäume

Pressemeldung vom 05.04.2017:

An der Kastanienallee „Badweg“ war Ende Februar viel los. Weniger Radfahrer, weniger Spaziergänger - jahreszeitlich bedingt - dafür Gärtner, Hubsteiger und LKWs. Mancher Passant war zunächst irritiert, dass alte Kastanien gefällt worden sind. Das war leider nötig: altersbedingt waren sie morsch, brüchig. Durch Höhlungen, Astabbrüche und Pilzbefall waren sie nicht mehr verkehrssicher. „Obwohl die Gärtner der Stadtwerke Weilheim regelmäßig marode Baumteile entfernt hatten, drang durch Höhlungen und Faulstellen schon lange Wasser und Pilze in die Bäume ein und haben diese zersetzt“, berichtet Sebastian Soyer, stellvertretender Bereichsleiter Betriebshof.

Nach Auffräsung der Wurzelstöcke haben sie jetzt im März begonnen, mit Neupflanzungen die Allee zu verjüngen. Leicht versetzt zu den alten Riesen haben die Gärtner bisher 13 junge Rosskastanien gepflanzt. Mit dem wendigen Bagger haben sie die Pflanzlöcher ausgehoben. Für jeden Baum haben sie 2 m³ Baumsubstrat in die Pflanzgrube gefüllt. „Das belüftet die Wurzeln gut und fördert das Wachstum. In das Baumsubstrat haben wir zusätzlich Mykorrhiza-Pilze gestreut. Den jungen Bäumen hilft dieser spezielle Pilz, Nährstoffe und Wasser besser aus dem Boden aufzunehmen“, erläutert Gregor Leisching, Abteilungsleiter Grünpflege. Zudem (ver)wächst das unterirdische Pilzgeflecht mit den Pflanzenwurzeln und vergrößert deren Wurzelfläche. Das macht die jungen Kastanien stabiler und dank der guten Nährstoffversorgung widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge.

Die gut gewässerten Wurzelballen haben sie anschließend in die Gruben gesetzt und diese aufgefüllt. Neben den alten, ausgewachsenen, teils 25 Meter hohen Kastanien sehen die Jungbäume eher wie Winzlinge aus, obwohl sie schon zwischen 5 und 6 Meter hoch sind. Die Jungbäume wurden mit Pfählen und Baumgurten statisch stabilisiert für einwandfreien Wuchs. „Gegen schädliche Einflüsse von Wind, Sonne, Frost und Hitze, haben wir eine spezielle Stammschutzfarbe angebracht. Arbo-Flex hat sich gut bewährt“, erläutert Gregor Leisching, „denn es vermeidet thermisch bedingte Rindenschäden und streckt sich mit dem Baumwachstum. Das schützt die jungen Baumrinden in den ersten Jahren gut und sie können sich den klimatischen Standortbedingungen anpassen“.

Noch benötigen die Jungbäume Fürsorge durch die Gärtner, denn zum Anwachsen brauchen sie regelmäßig Wasser. „In der heißen Jahreszeit fahren wir 2-3-mal pro Woche mit unseren Wasserwägen vorbei, denn wenn es trocken ist, müssen wir jeden Jungbaum mit bis zu 200 Liter Wasser versorgen“, sagt Sebastian Soyer. Die Gärtner der Stadtwerke hegen und pflegen mehrere tausend städtische Bäume in Weilheim. Jetzt freuen sich alle über die Neupflanzungen am Badweg, die die über 100 Jahre alte Kastanienallee an der Ammer verjüngt. Und Stadtwerke-Vorstand Peter Müller resümiert: „Wir fällen nicht nur, wir pflanzen auch.“