Energieeffizienz und Energieeinsparung in der Trinkwasserversorgung

Das Klimaschutzkonzept für den Landkreis Weilheim-Schongau, die Bürgerstiftung Energiewende Oberland und der Arbeitskreis Energie- und Klimaschutz der Agenda 21 in Weilheim sind drei Beispiele für den hohen Stellenwert der Thematik in der Kommune und bei den Bürgern. Die Stadtwerke Weilheim i.OB haben mit der Energieanalyse der Abwasserreinigungsanlage bereits Erfahrungen mit ganzheitlichen Studien zur Effizienzsteigerung sammeln können. Der nächste logische Schritt ist somit die Betrachtung der Effizienz des zweiten großen kommunalen Verbrauchers, der Wasserversorgung.

Die Trinkwasserversorgung der Stadt Weilheim i.OB, bestehend aus dem Stadtgebiet und den Stadtteilen Tankenrain, Unterhausen, Deutenhausen und Marnbach sowie dem Ortsteil Oderding der Nachbargemeinde Polling, gliedert sich in ein Wassergewinnungsgebiet bestehend aus zwei Tiefbrunnen zur Grundversorgung und drei Flachbrunnen als Notversorgung. Das Trinkwasser wird in einen zentralen Hochbehälter mit insgesamt 4.000 m³ Speichervolumen gefördert und von dort, entsprechend der Entnahme, ins Versorgungsnetz verteilt. Der Ortsteil Marnbach wird über ein Druckerhöhungspumpwerk und den Hochbehälter Marnbach mit Trinkwasser versorgt. Der jährliche Wasserverbrauch liegt derzeit bei ca. 1,5 Mio. m³/a.

Insgesamt gliedert sich die Wasserverteilung mit einer Leitungslänge von ca. 200 km inkl. Hausanschlüssen in 2 Druckzonen. Die beiden Hochbehälter Weilheim und Marnbach haben insgesamt ein Speichervolumen von 4.500 m³ und dienen der Druckhaltung ,sowie dem Ausgleich des fluktuierenden Wasserverbrauches.

Für den gesamten Bereich der Trinkwasserversorgung der Stadt Weilheim i.OB ist eine ganzheitliche Untersuchung mit folgenden Arbeitsschritten beauftragt:

  • Darstellung des Ist-Zustands der Trinkwasserversorgung, bestehend maßgeblich aus den zwei Brunnen und dem zentralen Hochbehälter, sowie dem Druck-steigerungspumpwerk Marnbach.
  • Energie- und CO2-Bilanz der Trinkwasserversorgung unter Einbezug von Messwerten und prognostizierten Werten.
  • Ermittlung von Potentialen zur Steigerung der Energieeffizienz und der Energieeinsparung (z.B. Erkennung und Verringerung von Wasserverlusten, Einsatz effizienter Motorentechnik, Pumpe als Turbine, etc.)
  • Netzdruckberechnung zur Verifizierung des wirtschaftlichen Einsatzes einer Pumpe als Turbine im Abfluss des zentralen Hochbehälters und der optimalen Bewirtschaftung des Hochbehälters im Optimum der einspeisenden Brunnenanlagen.
  • Zusammenstellung von Maßnahmen mit deutlichem Einsparpotential in den Bereichen Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen mit Priorisierung der Maßnahmen (z.B. Pumpe als Turbine, Wärmeproduktion durch Einsatz von Wärmepumpentechnologie, Überprüfung der Wirkungsgrade von Brunnenpumpen, etc.) anhand energetischer Beurteilungskriterien, erzielbarer Emissionsreduktion und der Wirtschaftlichkeit.
  • Beteiligung der relevanten Akteure innerhalb der Verwaltung und des Betriebs der Stadtwerke Weilheim i.OB.
  • Entwicklung eines Controlling-Systems zur regelmäßigen Datenerfassung und -Auswertung und Implementierung in bestehende Managementstrukturen.